PRESSEMITTEILUNGEN ZUM THEMA "SCHLAGANFALL NACH NACKENEINRENKUNG"

Freizeit Spass vom 10.04.2013 - Routine-Behandlung mit fatalen Folgen

Weil mein Orthopäde mich einrenkte, bekam ich einen Schlaganfall

Svenja W. (32) aus Essen hatte Schmerzen im Nacken. Bei der Therapie-Sitzung riss leider eine Hals-Arterie ein

Nichtsahnend saß Svenja W. (32) im Behandlungszimmer des Orthopäden Dr. Gerd S. (Name von der Redaktion geändert), den sie wegen Nackenschmerzen aufgesucht hatte. „Was dann geschah, war ein Albtraum. Der Arzt schlich sich von hinten an, tastete mich kurz ab. Ohne jede Vorwarnung riss er meinen Kopf so stark herum, dass es im Hals laut knackte“, erinnert sich die Essenerin noch heute, nach drei Jahren, mit Schrecken.

Sie ist zu 30 Prozent schwerbehindert

Er mache das immer so, weil die Patienten sonst beim Einrenken von Halswirbeln nicht locker wären, erklärte der Doktor der geschockten Svenja. Für sie hatte der Routine-Eingriff jedoch fatale Folgen. Zehn Tage später brach sie plötzlich zusammen.

Schock. Mit letzter Kraft konnte sie sich in ein Krankenhaus schleppen. Dort erfuhr sie die schreckliche Wahrheit. „Weil mein Orthopäde mich einrenkte, bekam ich einen Schlaganfall“, sagt Svenja bitter. Durch die brutale Einrenk-Aktion wurde ihre linke Hals-Arterie eingerissen. Es bildete sich mit der Zeit ein Blutpropf, der ins Gehirn wanderte und den Schlaganfall auslöste.

Verzweiflung. Svenja ist nun zu 30 Prozent schwerbehindert. Sie leidet an Schlafstörungen, Bluthochdruck und ständigem Unwohlsein. Lebenslang ist sie auf Medikamente angewiesen. Die Angst vor einem neuen Schlaganfall lässt sie nicht mehr los. Noch dazu verlor die Diplom-Sozialpädagogin ihre Arbeit bei einem Wohlfahrtsverband.

Kampf. Mit Stefan Hermann, Fachanwalt für Medizinrecht, geht Svenja W. jetzt gegen den Orthopäden vor. „Das Einrenken war ohne vorherige Diagnostik nicht indiziert. Es war grob fehlerhaft, diese Behandlung durchzuführen“, erklärt er. „Wir fordern daher Schadenersatz und ein Schmerzensgeld in Höhe von 50 000 Euro.“

Warten. Doch es kann noch Jahre dauern, bis die 32-Jährige zu ihrem Recht kommt. Denn Dr. S. und seine Versicherung sehen im Einrenken kein schuldhaftes Verhalten. Die tapfere Svenja W. gibt aber nicht auf: „Es geht um meine Existenz und um das, was dieser unfähige Arzt mir angetan hat.“

Mit Patienten-Anwalt Stefan Hermann geht Svenja gegen den Orthopäden vor

 

TV Klar vom 08.03.2013 - Schlaganfall mit 32 - Ärztepfusch!

Beim Einrenken wurde meine Halsarterie verletzt

Svenja W. hatte nur Nackenschmerzen - doch der rabiate Griff eines Orthopäden zerstörte ihre Gesundheit

Dieses grässliche Krachen wird Svenja W. nie vergessen. Mit Nackenschmerzen war die 32-Jährige aus Essen zum Arzt gegangen. Ahnungslos ließ sie sich von dem hinter ihr stehenden Orthopäden abtasten. „Dann riss er plötzlich ohne jede Vorwarnung meinen Kopf so stark herum, dass es im Hals laut knackte, richtig gekracht hat es“, erinnerte sie sich. Die lapidare Erklärung des Mediziners: „Er sagte, er mache das immer so, weil die Patienten sonst beim Einrenken der Halswirbel nicht locker genug wären“, berichtet die junge Frau, für die nach dem rabiaten Griff eine lange Leidenszeit begann.

„Mir war die ganze Zeit hundeelend, ich konnte kaum laufen, litt unter Aufmerksamkeitsstörungen“, erinnerte sie sich. Welche schwerwiegenden Folgen die „Behandlung“ haben sollte, stellte sich zehn Tage später heraus. Nach einer Bootstour brach Svenja zusammen. Ein alarmierter Sanitäter tippte auf Dehydrierung und gab ihr eine Infusion, doch dadurch besserte sich ihr Zustand nicht. Die gelernte Diplom-Sozialpädagogin erzählt: „Mit letzter Kraft schleppte ich mich ins Krankenhaus, und dort kam die Wahrheit ans Licht: ‚Sie hatte einen Schlaganfall‘, erklärte mir ein Arzt.“ Die Untersuchung ergab, dass der Orthopäde bei seiner Aktion die linke Halsarterie eingerissen hatte. Dadurch wurde letztlich der Schlaganfall ausgelöst. Für Svenja W. war diese Diagnose natürlich ein Schock. Ein Schlaganfall! Und das in ihrem Alter! Dabei ahnte sie nicht, was noch alles auf sie zukommen sollte.

14 Tage wurde sie in der Essener Uni-Klinik behandelt, dann ging es in die Reha. Zwar blieben zum Glück keine Lähmungen, aber sie wurde von heftigen Schwindelanfällen geplagt. Dazu kam gefährlicher Bluthochdruck. All das hatte schlimme Folgen: Weil Svenja nicht mehr Auto fahren konnte, verlor sie ihren Arbeitsplatz bei einem Wohlfahrtsverband. Zu allem Unglück trennte sich ihr Freund von ihr, Bekannte zogen sich zurück.

„Wahrscheinlich wollten sie mit den Problemen einer Schlaganfallpatientin nichts zu tun haben“, sagte Svenja traurig. Dazu die ständige Angst vor einem neuen Anfall, der sie wohl in den Rollstuhl zwingen würde, die vielen Medikamente… Svenja W. war am Boden zerstört, doch sie wollte kämpfen.

Mit Patientenanwalt Stefan Hermann hat sie den Orthopäden auf 50 000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Außerdem macht sie eine Weiterbildung - mit Erfolg: Mittlerweile hat Svenja wieder eine Halbtagsstelle. Endlich schöpft sie neue Hoffnung: „Langsam, aber sicher geht es wieder aufwärts!“

Auf einen Blick vom 03.01.2013 - Schlaganfall mit 32 - Ärztepfusch!

Beim Einrenken wurde meine Halsarterie verletzt

Svenja W. hatte nur Nackenschmerzen - doch der rabiate Griff eines Orthopäden zerstörte ihre Gesundheit

Dieses grässliche Krachen wird Svenja W. nie vergessen. Mit Nackenschmerzen war die 32-Jährige aus Essen zum Arzt gegangen. Ahnungslos ließ sie sich von dem hinter ihr stehenden Orthopäden abtasten. „Dann riss er plötzlich ohne jede Vorwarnung meinen Kopf so stark herum, dass es im Hals laut knackte, richtig gekracht hat es“, erinnerte sie sich. Die lapidare Erklärung des Mediziners: „Er sagte, er mache das immer so, weil die Patienten sonst beim Einrenken der Halswirbel nicht locker genug wären“, berichtet die junge Frau, für die nach dem rabiaten Griff eine lange Leidenszeit begann.

„Mir war die ganze Zeit hundeelend, ich konnte kaum laufen, litt unter Aufmerksamkeitsstörungen“, erinnerte sie sich. Welche schwerwiegenden Folgen die „Behandlung“ haben sollte, stellte sich zehn Tage später heraus. Nach einer Bootstour brach Svenja zusammen. Ein alarmierter Sanitäter tippte auf Dehydrierung und gab ihr eine Infusion, doch dadurch besserte sich ihr Zustand nicht. Die gelernte Diplom-Sozialpädagogin erzählt: „Mit letzter Kraft schleppte ich mich ins Krankenhaus, und dort kam die Wahrheit ans Licht: ‚Sie hatte einen Schlaganfall‘, erklärte mir ein Arzt.“ Die Untersuchung ergab, dass der Orthopäde bei seiner Aktion die linke Halsarterie eingerissen hatte. Dadurch wurde letztlich der Schlaganfall ausgelöst. Für Svenja W. war diese Diagnose natürlich ein Schock. Ein Schlaganfall! Und das in ihrem Alter! Dabei ahnte sie nicht, was noch alles auf sie zukommen sollte.

14 Tage wurde sie in der Essener Uni-Klinik behandelt, dann ging es in die Reha. Zwar blieben zum Glück keine Lähmungen, aber sie wurde von heftigen Schwindelanfällen geplagt. Dazu kam gefährlicher Bluthochdruck. All das hatte schlimme Folgen: Weil Svenja nicht mehr Auto fahren konnte, verlor sie ihren Arbeitsplatz bei einem Wohlfahrtsverband. Zu allem Unglück trennte sich ihr Freund von ihr, Bekannte zogen sich zurück.

„Wahrscheinlich wollten sie mit den Problemen einer Schlaganfallpatientin nichts zu tun haben“, sagte Svenja traurig. Dazu die ständige Angst vor einem neuen Anfall, der sie wohl in den Rollstuhl zwingen würde, die vielen Medikamente… Svenja W. war am Boden zerstört, doch dann beschloss sie zu kämpfen.

Gemeinsam mit Patientenanwalt Stefan Hermann hat sie den Orthopäden auf 50 000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Außerdem macht sie eine Weiterbildung - mit Erfolg: Mittlerweile hat Svenja wieder eine Halbtagsstelle. Endlich schöpft sie neue Hoffnung: „Langsam, aber sicher geht es wieder aufwärts!“

Gute Laune vom 01.08.2012 - Kein Arzt erkannte, was los war

Die Behandlung beim Orthopäden brachte Svenja in tödliche Gefahr

Knack … knack. Ein Geräusch, das Svenja W. (32) nie vergessen wird. Denn es hat ihr Leben dramatisch verändert! Wegen Nackenschmerzen war die Studentin im Sommer 2009 zu einem Orthopäden gegangen.

„Ich  erwartete, dass er meinen Nacken zunächst einmal vorsichtig abtasten würde. Doch ohne jede Vorwarnung drehte er meinen Kopf ruckartig einmal nach rechts, dann nach links“, sagt Svenja. Dabei verzieht sie das Gesicht, als würde sie den schrecklichen Schmerz noch einmal empfinden. Völlig geschockt verlangte sie von dem Arzt eine Erklärung für sein Tun. „Ich habe Sie eingerenkt. Das mache ich immer so. Wenn ich das vorher sage, verspannen die Patienten.“

Die Schmerzen ließen trotz der rabiaten Behandlung allerdings nicht nach. Und zehn Tage später brach die junge Frau bei einem Ausflug zusammen: „Mir wurde schwindelig, ich musste mich sofort hinlegen.“ Sie kam ins Krankenhaus, bekam eine Infusion gegen Dehydrierung.

„Am nächsten Tag war ich immer noch wackelig auf den Beinen und der Nacken tat mir weh.“ Svenja ging also noch mal ins Krankenhaus, bekam drei Spritzen und wurde wieder nach Hause geschickt. Die Hausärztin verschrieb der  Studentin Betablocker gegen den hohen Blutdruck.  „Diese Tabletten haben mich dann völlig fertig gemacht. Ich lag nur noch auf dem Sofa herum. Es ging mir immer schlechter.“ Also wieder zur Ärztin! Die schrieb eine Überweisung zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt und zum Neurologen. „Beide haben mich weggeschickt, weil ihre Praxen zu voll waren!“ Nervlich und körperlich am Ende ihrer Kräfte suchte Svenja Hilfe in der Notaufnahme des Essener Elisabeth-Krankenhauses.

„Als ein MRT gemacht wurde, verfiel der Arzt plötzlich in Hektik.  Kollegen von ihm kamen, und alle starrten ungläubig auf den Monitor.“ Die Erklärung gab’s erst eine Stunde später: „Sie hatten einen Schlaganfall, wir bringen Sie sofort ins Uniklinikum.“  Dort stellten die Ärzte dann fest, dass beim Einrenken  –seitdem waren drei Wochenvergangen –  die linke Halsschlagader verletzt worden war und sich zugesetzt hatte. Keinem der vielen Ärzte, die Svenja seitdem aufgesucht hatte, war das aufgefallen. „In der Reha wurde mir dann gesagt, dass ich kein Auto mehr fahren darf. Daraufhin verlängerte der Chef meinen Arbeitsvertrag als Sozialarbeiterin nicht.“ Jetzt war die junge Frau auch noch arbeitslos – obwohl später im Abschlussbericht der Reha das Autofahren erlaubt wurde! „Ich habe so viele falsche Informationen bekommen. Das war für mich viel schlimmer als der Schlaganfall selbst.“ Viele ihrer Freundinnen kamen nicht damit klar, dass Svenja nun nicht mehr alles mitmachen konnte, und brachen den Kontakt zu ihr ab. Für Svenja ist das alles
schwer zu verkraften. Kein Job mehr, keine Freunde und die ständige Gefahr eines erneuten Schlaganfalls. Das will sie nicht so einfach hinnehmen. 

Mit Hilfe der Patientenanwälte Stefan Hermann und Sabrina Diehl aus Marl geht sie gerichtlich gegen den Orthopäden vor. Svenja schreibt zurzeit an ihrer Doktorarbeit. Das fällt ihr nicht leicht, zumal es ihr seit einigen Wochen wieder schlechter geht. Sie leidet unter hohem Blutdruck und Schwindel. Nach der kleinsten Anstrengung muss sie sich ausruhen. Und wieder wissen die Ärzte nicht, was genau die Ursache ist. „Natürlich habe ich Angst. Aber ich weiß, dass es keinen Sinn hat, sich ständig Sorgen zu machen“, sagt Svenja tapfer.
 

Sabrina Diehl, Fachanwältin für Medizinrecht aus Marl:

Wie wird gegen den Arzt vorgegangen?
Wir haben beim zuständigen Landgericht Klage eingereicht. Denn das Selbstbestimmungsrecht der Patientin wurde ignoriert. Der Arzt hätte im Vorfeld erklären müssen, was er tut. Gerade das Nackeneinrenken ist mit vielen Risiken verbunden.

Welche Fehler haben die Ärzte gemacht,bei denen Svenja W. nach der Einrenkung war?
Das wird im Verfahren ggf. zu klären sein. Jedenfalls steht fest: Wäre sie nicht eingerenkt worden, hätte sie auch keinen Schlaganfall bekommen, dann wäre sie auch nicht in die Behandlungskette geraten. Dafür ist aber der Verursacher haftbar.

Wie kann ich mich als Patient vor Behandlungsfehlern schützen?
Nehmen Sie nicht alles hin, was der Arzt Ihnen sagt. Fragen Sie nach! Sind nach einem Aufklärungsgespräch nicht alle Fragen beantwortet, sprechen Sie den Arzt noch einmal darauf an. Legen Sie zudem nach Arztbesuchen oder bei Krankenhaus-Aufenthalten Gedächtnisprotokolle an. Diese werden vor Gericht anerkannt, sollte es zu einer Klage kommen.

Glücks Revue vom 30.05.2012 - Rabiater Orthopäde verursachte einen Schlaganfall

Niemand erkannte die Gefahr

Knack… knack. Ein Geräusch, das SvenjaW. (32) niemals vergessen wird. Denn es hat ihr Leben zerstört! Es ist unglaublich, was sich im Sommer 2009 in der Praxis eines Essener Orthopäden abspielte! Wegen Nackenschmerzen war die Studentin dorthin gegangen. „Ich saß auf der Liege, bin davon ausgegangen, dass der Arzt mich abtastet. Doch dann drehte er plötzlich den Kopf ruckartig erst in die eine, dann in die andere Richtung“, sagt Svenja. Noch heute verzieht sie schmerzhaft das Gesicht, wenn sie an das Knacken der Halswirbelsäule denkt. Entsetzt fragte sie damals den Mediziner, was er da tue. Doch dieser antwortete lediglich: „Ich habe Sie eingerenkt. Das mache ich immer so. Wenn ich das vorher sage, verspannen die Patienten.“

Doch auch nach dieser rabiaten „Behandlung“ ließen die Schmerzen nicht nach. Ganz im Gegenteil! Es kam sogar noch viel schlimmer… Zehn Tage später brach die heute 32-Jährige bei einem Ausflug in Bonn zusammen. „Mir wurde so schwindelig, dass ich mich sofort hinlegen musste.“ Der herbeigerufene Rettungswagen fuhr sie zur Notaufnahme. Die junge Frau bekam eine Infusion, dann schickte man sie nach Hause.

„Ich war am nächsten Tag noch ziemlich wackelig auf den Beinen.“ Und auch der Nacken schmerzte. Ihr damaliger Freund brachte die Studentin nach Essen ins Krankenhaus. „Ich bekam drei Spritzen und sollte wieder gehen“, sagt Svenja. Völlig verzweifelt suchte sie ihre Hausärztin auf. Der fiel zum ersten Mal auf, dass der Blutdruck extrem hoch war. Doch statt einer Diagnose bekam sie Betablocker zur Blutdrucksenkung. „Diese Tabletten haben mich fertiggemacht. Ich lag nur noch auf dem Sofa. Es ging mir immer schlechter.“ Wieder schleppte sich Svenja zu ihrer Ärztin. Die überwies die junge Frau zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt und zum Neurologen. Doch auch hier bekam sie keine Hilfe. „Die haben mich einfach weggeschickt, weil ihre Praxen zu voll waren!“ Völlig entkräftet und mit den Nerven am Ende schaffte sie es noch ins Essener Elisabeth-Krankenhaus. Doch auch hier fühlte man sich nicht zuständig. Svenja brach in Tränen aus. Warum wollte ihr niemand helfen? Schließlich schickte man sie doch zur Notaufnahme. „Es wurde als Erstes ein Schwangerschaftstest gemacht, dann ein MRT“, erzählt Svenja. Noch in der Röhre überlegte sie fieberhaft, wie sie ihrem Freund eine Schwangerschaft beibringen sollte … da fiel ihr der Arzt auf, der sich ihre Aufnahmen am Bildschirm ansah. „Plötzlich wurde er hektisch. Innerhalb von Minuten kamen weitere Mediziner hinzu und starrten ungläubig auf den Monitor.“ Was sie sahen, erfuhr die Essenerin erst nach über einer Stunde: „Sie hatten einen Schlaganfall, wir bringen Sie jetzt sofort ins Uniklinikum.“

In der Schlaganfallabteilung („Stroke Unit“) kamen die Ärzte der Ursache auf die Spur: Beim Einrenken vor fast drei Wochen wurde die linke Halsschlagader verletzt. Sie verstopfte dadurch! Die ganze Zeit war Svenja von Arzt zu Arzt gelaufen und niemand hatte den Schlaganfall erkannt! „Wenn man jung ist, wird man schnell wieder nach Hause geschickt.“ Doch damit nicht genug der Fehlentscheidungen: „In der Reha wurde mir gesagt, dass ich kein Auto mehr fahren darf. Daraufhin verlängerte der Chef meinen Arbeitsvertrag als Sozialarbeiterin nicht.“ Jetzt war Svenja auch noch arbeitslos – obwohl später im Abschlussbericht der Reha das Autofahren ausdrücklich erlaubt wurde! „Ich habe so viele falsche Informationen bekommen. Das war für mich viel schlimmer als der Schlaganfall selbst.“ Und auch viele ihrer Freunde kamen mit der Situation nicht klar, brachen den Kontakt ab. Wie sollte es für Svenja weitergehen? Zumal die Ärzte ihr sagten, dass sie jetzt lebenslang ein erhöhtes Schlaganfallrisiko habe. Kein Job, keine Freunde
und dann noch diese Gefahr! „Ich schreibe jetzt an meiner Doktorarbeit. Im Internet habe ich neue Freunde gefunden – solche, die mit meiner Krankheit umgehen können.“ Vor Gericht gehen die Patientenanwälte Stefan Hermann und Sabrina Diehl aus Marl gegen den Mediziner vor. Alles hat sich zum Guten gewendet … oder etwa doch nicht? „Seit ein paar Wochen geht es mir wieder richtig schlecht.“ Sie leidet unter hohem Blutdruck und Schwindel. Nach jeder kleinsten Anstrengung muss sie sich ausruhen. „Natürlich habe ich Angst. Aber ich weiß, dass es keinen Sinn hat, sich ständig Sorgen zu machen.“ Denn wieder wissen die Ärzte noch nicht genau, was die Ursachen sind und wie sie Svenja helfen können…

Ärztepfusch

Sabrina Diehl, Fachanwältin für Medizinrecht aus Marl:

Wie wird gegen den Arzt vorgegangen?
Wir haben beim Landgericht Essen Klage eingereicht. Denn das Selbstbestimmungsrecht der Patientin wurde ignoriert. Der Arzt hätte im Vorfeld erklären müssen, was er tut. Denn gerade das Nackeneinrenken ist mit vielen Risiken verbunden.

Welche Fehler haben die Ärzte gemacht, bei denen Svenja W. nach der Einrenkung war?
Das wird im Verfahren ggf. zu klären sein. Jedenfalls steht fest: Wäre sie nicht eingerenkt worden, hätte sie auch keinen Schlaganfall bekommen, dann wäre sie auch nicht in die Behandlungskette geraten. Dafür ist aber der Verursacher haftbar.

Wie kann ich mich als Patient vor Behandlungsfehlern schützen?
Nehmen Sie nicht alles hin, was der Arzt Ihnen sagt. Fragen Sie nach! Sind nach einem Aufklärungsgespräch nicht alle Fragen beantwortet, sprechen Sie den Arzt noch einmal darauf an. Legen Sie zudem nach Arztbesuchen oder bei Krankenhaus-Aufenthalten Gedächtnisprotokolle an. Diese werden sogar im Falle eines Streitfalls vor Gericht anerkannt.

Bild.de vom 19.04.2012 - Rabiater Orthopäde renkt Nacken ein – Schlaganfall!

Jetzt klagt Svenja (31) auf 50 000 Euro Schmerzensgeld

Rabiater Orthopäde renkt Nacken ein – Schlaganfall!

Essen Svenja (31) sitzt beim Orthopäden. Wegen Nackenschmerzen. Die Tür geht auf; der Arzt kommt rein. Plötzlich macht es „Krick! Krack!“. Ohne Vorwarnung renkt der Mediziner hinterrücks ihren Nacken ein. Sie war geschockt. Zehn Tage nach der rabiaten Einrenk-Prozedur erlitt sie einen Schlaganfall!

Ihre Geschichte klingt unglaublich, aber sie ist wahr: Svenja paukte für ihr Examen an der Uni Bonn (Sozialmanagement), klagte über Nackenprobleme. Nach der erfolgreichen Prüfung ging sie im Ruhrgebiet zu einem Orthopäden. Dort geschah das Unfassbare:

„Ohne was zu sagen nahm der meinen Kopf und riss ihn herum. Einfach so. Es krachte. Ich dachte noch, was ist das denn für ein Vollidiot.“ Seine Begründung: Er würde das immer so überraschend machen, weil die Patienten sonst nicht locker wären beim Einrenken der Halswirbel...Keine zwei Wochen später brach Svenja nach einer Bootstour an einem heißen Tag zusammen. Die Diagnose der Rettungssanitäter: zu wenig getrunken, Dehydrierung. Nach einer Infusion wurde sie nach Hause geschickt. Ein krasser Fehler.
Damit begann eine Ärzte-Odyssee.Einen Tag nach dem Kollaps im August 2009 bekam sie in einem Essener Krankenhaus drei Spritzen gegen die Schmerzen. Wieder schickte man sie nach Hause. Ihre Hausärztin stellte dann zu hohen Blutdruck fest, verschrieb Betablocker, überwies sie an HNO-Arzt und Neurologe. Bei zwei Praxen wurde sie abgewiesen. Zu voll.

Svenja zu BILD.de: „Ich konnte kaum noch laufen, lag eine Woche in der Ecke rum. Dann schleppte ich mich in ein anderes Krankenhaus. Ich torkelte da rein, heulte ohne Ende.“

Die Klinik-Ärzte nahmen sich ihrer an – und machten zunächst einen Schwangerschaftstest. Zur Sicherheit wurde sie aber noch in eine MRT-Röhre zur Kernspinuntersuchung geschoben. Svenja: „Plötzlich sprang der Arzt am Monitor auf. Er sah weiße Flecken im Gehirnbild.“ Fehlende Durchblutung. Die Schock-Diagnose: SCHLAGANFALL!

Svenja hatte schon überlegt, wie sie ihrem Freund die Schwangerschaft erklärt. Doch dann kam sie als Notfall in die renommierte Spezialabteilung der Uniklinik Essen. Eine Woche nach dem Zusammenbruch konnte ihr dank der richtigen Diagnose endlich richtig geholfen werden...

So kam heraus: Bei der krassen Einrenk-Aktion war Svenjas linke Halsarterie verletzt worden. Es bildete sich ein Blutgerinnsel. Der Klumpen setzte sich wie ein Pfropfen in der Ader fest, verstopfte sie – und löste zehn Tage später den Schlaganfall aus. Svenja zu BILD.de: „Mir war schwindelig. Ich war wie dauerbetrunken, litt unter Aufmerksamkeitsstörungen, fühlte mich wie in Watte gepackt.“
Die Hirninfarkt-Patientin wurde sechs Monate krank geschrieben, kam in die Reha. Ihr Freund verließ sie, andere Bekannte gingen auf Distanz, weil sie mit der Erkrankung von Svenja nicht klar kamen. Auch ihren Job verlor sie, weil sie kein Auto mehr fahren durfte. Das Fußballspielen wurde ihr verboten, auch Achterbahnfahren auf der Kirmes. „Mein Leben wurde mit dem Schlaganfall komplett durcheinander gewirbelt.“ Aber Svenja kämpfte sich wieder raus. Sie schreibt gerade ihre Doktorarbeit. Hat das Joggen und die Fotografie als Hobbys entdeckt. Sie spielt Gitarre. Macht sich für andere Schlaganfall-Opfer stark: „Ich habe gelernt, dass das Leben von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf gestellt werden kann. Ich genieße jetzt jeden Tag.“

Jetzt hat Svenja den Orthopäden verklagt. Sie hatte einfach nur Riesenglück, dass sie ohne Lähmungen davon kam, nicht ins Koma fiel, erklärt Patienten-Anwältin Sabrina Diehl (30) aus Marl: „Was der Orthopäde sich da geleistet hat, ist unfassbar. Wir fordern 50 000 Euro Schmerzensgeld plus Schadenersatz.“

Und wie verteidigt sich der Arzt: „Leider kann ich aus versicherungstechnischen Gründen keine Auskunft zum konkreten Sachverhalt geben.“ Er sieht seinerseits aber „kein schuldhaftes Verhalten“.
Das Urteil werden nun Gutachter und die Justiz fällen müssen...

 

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Patientenanwalt Fachanwalt für Medizinrecht Stefan Hermann Schmerzensgeld nach Behandlungsfehler und Arzthaftung

Patientenanwältin
Sabrina DIEHL
Fachanwältin für Medizinrecht
Arzthaftungsrecht & Schmerzensgeld

Patientenanwälte Schmerzensgeld Verdienstausfall immaterieller Vorbehalt Haushaltsführungsschaden Beerdigungskosten

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Rechtsanwältin Patientenanwältin Sabrina Diehl Schmerzensgeld nach Ärztepfusch Behandlungsfehler

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